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· TITEL

Ursachen von Dysphagien und ihre Prävalenz - Störung der sensomotorischen Steuerung des Schluckvorganges - Neurogene Dysphagie - Strukturelle Veränderungen - Informationen zur Erkrankung Dysphagie

· BESCHREIBUNG

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Ursachen und der Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) von Schluckstörungen. Dysphagien treten häufig bei neurologischen Erkrankungen (neurogene Dysphagien) und nach Tumoroperationen im Kopf-Halsbereich auf.

· TAGS

Ursachen, neurogene Dysphagien, strukturelle Veränderungen, Tumore, Dysphagie, Schluckstörung, Neurorehabilitation

· AUTOR

Mirko Hiller, MSc/ Neurorehabilitation · DAS DYSPHAGIEZENTRUM · 2007 - 2010

· HAUPTDOMAINS

www.das-dysphagiezentrum.de
www.dysphagie-seminare.de

Letzte Änderung an dieser Seite: 18.04.2010

DYSPHAGIE

Allgemeine Informationen zur Erkrankung Dysphagie

2. Ursachen von Dysphagien und deren Prävalenz

2.1. Störung der sensomotorischen Steuerung des Schluckvorganges – Neurogene Dysphagien

  • Störungen des zentralen Nervensystems
    • (Schlaganfall 40-55%, Schädel-Hirn Trauma 82%, Tumore 10-30%, degenerative Erkrankungen wie M. Parkinson 40-90%, ALS 48-100%, entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose 10-30%, Hypoxien, Intoxikationen, Medikamentennebenwirkungen wie bei Neuroleptika, Entwicklungsstörungen bei Kindern)
  • Störungen des peripheren Nervensystems
    • Erkrankungen der Hirn- und Zervikalnerven
      • (entzündliche Erkrankungen wie z.B. das Gullian Barré-Syndrom bis 100%, Tumore, traumatische Läsionen)
    • Erkrankungen des neuromuskulären Überganges
      • (z.B. Myasthenia gravis 53%)
    • Muskelerkrankungen
      • (z.B. Dermatomyositis, Polymyositis 12-54%)

Bei Hirnstammläsionen ist die Ausprägung von Schluckstörungen am schwersten. Das Wallenberg-Syndrom ist als Folge eines Infarktes in der dorsolateralen Medulla oblongata nach Verschluss der Ateria cerebelli inferior posterior eine der häufigsten Formen der zerebrovaskulären Hirnstammschädigung.

2.2. Strukturelle Veränderungen

- der am Schluckakt beteiligten Organe und benachbarter Bereiche wie Schädelbasis, Wirbelsäule, obere Thoraxapertur, Schilddrüse

  • Primäre strukturelle Erkrankungen
    • (congenitale Erkrankungen und Schädigungen, entzündliche und Systemerkrankungen, Traumen, Divertikel, altersbedingte Strukturveränderungen [Logemann et al., 2002], Tumore, Schilddrüsenerkrankungen, HWS - Erkrankungen und Operationen [Martin et al., 1997])
  • Strukturveränderungen durch chirurgische-, radiologische- und chemotherapeutische Tumorbehandlung in der Mundhöhle, dem Pharynx und Larynx, der Schilddrüse und dem Ösophagus

2.3. Weitere Ursachen

  • Kognitive Störungen
    • (mit Beeinträchtigung des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, Apraxie)
  • Störung der Körpermotorik
    • (Kopf- und Rumpfkontrolle)
  • Änderung des Verhaltens
    • (Antrieb, Demenz)
  • Psychogene Erkrankungen

Das Alter (z.B.: subkortikale, arteriosklerotische Enzephalopatie, verlängerte Bolustransportzeit, verringerte Elastizität des [OÖS] [Jaradeh, 1994]) kann neben seltenen Ursachen (z.B.: Lewy Körper Dysphagie, bulbäre Enzephalitis) Dysphagien verursachen.

Bei Demenzen können in der Spätphase der Erkrankung Dysphagien auftreten. Eine häufige Erkrankung dieser Formen ist die Alzheimer Demenz.

Strukturelle Erkrankungen lassen sich in primäre Schädigungen und Störungen nach chirurgischer, radiologischer und chemotherapeutischer Tumorbehandlung einteilen.

Nicht zu vernachlässigen sind Ursachen, bei denen allein durch die Grunderkrankung keine Dysphagie zu erwarten wäre, aber durch den Verlauf und die Ausprägung der Krankheit und ihrer Symptome Schluckstörungen auftreten können. Zu erwähnen wären hier Störungen der Körpermotorik, Antriebsstörungen, Psychogene Erkrankungen, kognitive Störungen, Beeinträchtigungen des Bewusstseins, Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsdefizite und Apraxien.

Letzte Änderung an dieser Seite: 18.04.2010

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AUTOR: Mirko Hiller, MSc/ Neurorehabilitation · DAS DYSPHAGIEZENTRUM · 2007 - 2010